Sassoli: Wir können es uns nicht leisten, dass die COP26 scheitert. Die EU und die G20-Staaten müssen die Richtung vorgeben. 
 

Erklärung des Präsidenten des Europäischen Parlaments im Vorfeld des COP26-Gipfels in Glasgow

„In nur wenigen Stunden beginnt die COP26 in Glasgow. Wir können es uns nicht leisten, dass sie scheitert. Der UN-Emissionslückenbericht macht deutlich, dass die derzeitigen nationalen Pläne zur Bekämpfung des Klimawandels bei weitem nicht ausreichen. Wenn es uns ernst damit ist, einen Anstieg um mehr als 1,5 Grad zu verhindern, dann müssen aus netten Ambitionen klare und realisierbare Maßnahmen werden.“

„Die G20-Staaten müssen auf der COP26 eine Vorreiterrolle übernehmen. Sie sind für 80 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wir müssen sehen, dass jeder von ihnen dem Beispiel der EU folgt und sich verpflichtet, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dies muss mit konkreten Plänen einhergehen, wie dieses Ziel erreicht werden kann, wie beispielsweise das Fit for 55-Paket der EU.“

„Vergangene Woche haben die Abgeordneten die Europäische Kommission dazu aufgefordert, einen internationalen Klimaclub mit anderen großen Emittenten zu gründen, um gemeinsame Standards zu setzen und den Ehrgeiz weltweit zu erhöhen, auch durch einen gemeinsamen Mechanismus zur Anpassung der Kohlenstoffgrenzen.“

„Nach vier Jahren der Untätigkeit haben wir in Washington wieder einen Partner, der die Gefahr des Klimawandels ernst nimmt. Ein Beispiel dafür ist die von der EU und den USA angeführte Initiative zur Reduzierung der Methanemissionen um mindestens 30 Prozent bis 2030. Wir müssen so viele andere Länder wie möglich dazu bewegen, sich anzuschließen.“

„Und schließlich müssen wir dafür sorgen, dass der Übergang zu einer grünen Wirtschaft Ungleichheiten nicht verstärkt, sondern verringert. Dies gilt sowohl innerhalb unserer Gesellschaften als auch weltweit. In Europa brauchen wir Mittel, um die Schwächsten zu schützen und sicherzustellen, dass die Beschäftigten über die Qualifikationen verfügen, die sie in der neuen grünen Wirtschaft brauchen. Weltweit müssen die Industrieländer ihr Versprechen einlösen, mindestens 100 Milliarden Dollar aufzubringen, um die Entwicklungsländer bei der Bekämpfung des Klimawandels zu unterstützen. Auch die Schwellenländer sollten ab 2025 ihren Beitrag zu diesem Fonds leisten. Wir brauchen einen klaren Plan, um sicherzustellen, dass jedes Land seinen fairen Beitrag leistet.“